Israel sperrt Schweizer Diplomaten aus

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman ärgerte sich über das traute Bild eines Vertreters des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten und eines Hamas-Vertreters in staatsmännischer Pose. Offizielle Vertreter der Eidgenossenschaft erhalten von den israelischen Behörden bis auf Weiteres keinen Zugang mehr nach Gaza. Da Bern die Hamas nicht als Terrororganisation betrachtet, lässt man sich als Vertreter der Schweiz ohne Bedenken mit dem Gaza-Chef der Hamas, Jahia Sinwar, fotografieren: Blumenstrauss und Getränke auf dem Beistelltisch, zwei Palästinafahnen (die Schweizer Flagge scheint vergessen worden zu sein). Die Hamas versucht dem Eindruck entgegenzuwirken, die Hamas sei international isoliert. Bevor der Gaza-Bann für Schweizer Diplomaten aufgehoben wird, wolle Lieberman im Gespräch mit Vertretern der Schweiz klären, was Berns Vertreter im Gaza-Streifen, der von der Hamas kontrolliert wird, vorhaben. Sinwar, der Gastgeber der Schweizer Delegation in Gaza, war früher dadurch aufgefallen, dass er palästinensische Kollaborateure eigenhändig umbrachte. Ab 1989 verbrachte er 22 Jahre als verurteilter Mörder in israelischer Gefangenschaft. Aus dem Gefängnis wurde er vor sechs Jahren freigepresst, als Teil der „Gegenleistung“ für die Freilassung des Soldaten Gilad Shalit, der im Sommer 2006 von der Hamas in den Gazastreifen entführt worden war. (Baz) TS

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