Neue Ausstellung in Yad Vashem: Fotografie während des Holocaust

“Da ich eine Kamera in meiner offiziellen Position hatte, konnte ich die ganze tragische Zeit im Ghetto von Lodz aufnehmen. Ich tat dies mit dem Verständnis, dass ich und meine Familie gefoltert und ermordet werden würden, sollte ich gefasst werden.” Aus dem Zeugnis von Henryk Ross, einem Fotografen im Ghetto Lodz. Am 24. Januar 2018 eröffnet Yad Vashem eine Ausstellung mit dem Titel “Flashes of Memory: Fotografie während des Holocaust”. Die Ausstellung präsentiert eine kritische Darstellung visueller Dokumentation – Fotografien und Filme -, die während des Holocaust von deutschen und jüdischen Fotografen sowie von Angehörigen der alliierten Streitkräfte während der Befreiung geschaffen wurde. Die Ausstellung konzentriert sich auf die Umstände der Fotografie und die Weltanschauung des fotografierenden Fotografen – sowohl offiziell als auch privat – und betont die unterschiedliche und einzigartige Sichtweise der jüdischen Fotografen als direkte Opfer des Holocaust. In dieser Ausstellung werden rund 1.500 Fotografien und 13 während des Holocaust entstandene Filme sowie Zeitungsausschnitte, Alben, Tagebücher und eine Reihe von Originalkameras aus dieser Zeit gezeigt. In der Sammlung sind auch dreidimensionale und Farb-Fotografien von professionellen Fotografen des NS-Regimes enthalten. Die visuelle Dokumentation ist einer der Hauptfaktoren, die das historische Bewusstsein für den Holocaust prägen. Neben der archivischen Dokumentation der Ereignisse der Zeit hat die visuelle Dokumentation wesentlich zur Kenntnis des Holocaust beigetragen, die Art und Weise, wie sie analysiert und verstanden wurde, und beeinflusst, wie sie in das kollektive Gedächtnis eingraviert wurde. Für das nationalsozialistische Regime spielten Fotografie und Filmproduktion eine entscheidende Rolle bei der Manipulation und Mobilisierung der Massen. Umgekehrt war die jüdische Fotografie eine Komponente im Überlebenskampf der in den Ghettos eingesperrten Juden und eine Manifestation der Untergrundaktivität, die von ihrem Wunsch zeugte, Informationen über die Tragödie ihres Volkes zu dokumentieren und zu übermitteln. (yadvashem)TS

Alle Beiträge zur Kategorie: Kultur & Gesellschaft

Kultur & Gesellschaft

Hintergrund: Lag B’Omer in Israel

Lag B'Omer ist zwar kein Bibel-Feiertag, wird aber trotzdem intensiv gefeiert. Die Einführung von Lag B'Omer hebt das Verbot der ...
Weiterlesen …

Lag B’Omer: Hunderttausende strömen zum Mount Meron

Über 250.000 ultra-orthodoxe Juden strömten Mittwochnacht zum Mount Meron im nördlichen Galiläa, um ein Fest der Freudenfeuer und Gebete zu ...
Weiterlesen …

Der legendäre Radfahrer Gino Bartali wird Ehrenbürger des “Giro Israel”

Bartali, 1914 in Florenz geboren, war einer der berühmtesten Straßenradfahrer Italiens. Er gewann dreimal den Giro d'Italia (1936, 1937 und ...
Weiterlesen …

Warum Cyber-Cracks in die Wüste ziehen

Yotam Tzuker hat für Tel Aviv kaum mehr als ein Achselzucken übrig. "In Tel Aviv stehst du ständig im Stau, ...
Weiterlesen …

Immer noch gesucht: Ein Zuhause für 1.000 fluchtgefährdete Krokodile

Die Suche nach einem Heim für 1.000 Krokodile ist seit 2012 im Gange, als 70 der Kreaturen, die bis zu ...
Weiterlesen …

Jüdisch-palästinensische “Oase des Friedens”

In Wahat al-Salam / Neve Shalom leben jüdische und arabische Israelis miteinander. Sie wollen den Konflikt der beiden Völker, der ...
Weiterlesen …

Zehn Jugendliche umgekommen – Von Wassermassen mitgerissen

Tragödie in der Wüste: Zehn Jugendliche sind am Donnerstag im Wüstental Tzafit in Südisrael ums Leben gekommen. Das ausgetrocknete Flusstal ...
Weiterlesen …

Jüdische Gemeinden sagen Reise mit evangelischer Kirche ab

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein hat eine vom 26. bis 29. April geplante gemeinsame Israel-Reise mit Mitgliedern der ...
Weiterlesen …

Ein Umweltprogramm, das dein Leben verändern könnte

Als sie an einem sonnigen Tag 2006 in die israelische Arava-Wüste hinunterfuhr, war Merav Carmi etwas nervös, weil sie einen ...
Weiterlesen …

Challah-Käse-Sandwiches, bestreut mit Strandsand

Die Sopranistin Claire Meghnagi blickt auf ihre Kindheit in Israel zurück, wo sie als Tochter eines italienisch-israelischen Kantors in den ...
Weiterlesen …
Anzeige:

Culture

Anzeige:

Weiterlesen