Schafe statt Ziegen – Reichtum und Untergang von Hazor

Die antike Stadt Hazor in Galiläa gelangte zu Ruhm und Reichtum durch das Geschäft mit Schafen statt Ziegen wie sonst in Kanaan vor 3.700 Jahren. Der Handel mit edlen, seltenen Wolltextilien könnte dazu beigetragen haben, den Stadtstaat der Kanaaniter zu einer großen Macht zu machen, die aber schließlich unterging – entweder durch Josua, wie die Bibel schreibt, oder wegen wachsender Ungleichheit, weshalb hungernde Bürger möglicherweise die Paläste der Elite niedergebrannt haben. Die Entdeckung, dass die Hazoriten Schafe statt Ziegen züchteten und eine Industrie daraus machten, basiert auf der Analyse von Tierknochen von Dr. Nimrod Marom vom Tel-Hai Academic College in Obergaliläa. In Anatolien, vor etwa 10.000 bis 11.000 Jahren, gehörten die Ovine zu den frühesten Huftieren, die kurz nach der Domestikation von Ziegen gezähmt wurden. Schafe hält man in der Gegend von Israel seit mindestens 8.500 Jahren. „Das Problem hier ist die Spezialisierung auf Schafe, was ungewöhnlich ist“, bemerkt Marom. Schafe sind ein riskantes Geschäft. Ein durchschnittlicher kanaanitischer Bauer hätte es kaum vorgezogen, seine Familie verhungern zu lassen, indem er sich dazu entschloss, die relativ schwachen, langsam zu züchtenden Schafe mit ihrer „Neigung zu Dummheit, Krankheit und Tod“ zu kultivieren, statt der verspielten, vielseitigen Ziege. Und deshalb, so Marom, seien die Völker der Region bis heute auf Ziegenhaltung angewiesen. (Haaretz) TS

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Archäologie

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