BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//wp-events-plugin.com//7.2.1//EN
BEGIN:VEVENT
UID:532@i-like-israel.de
DTSTART:20220503T190000Z
DTEND:20220503T203000Z
DTSTAMP:20220430T174421Z
URL:https://i-like-israel.de/termine/teuflische-allmacht-ueber-die-verleug
 neten-christlichen-wurzeln-des-modernen-antisemitismus-und-antizionismus-v
 ortrag-mit-tilman-tarach/
SUMMARY:Teuflische Allmacht. Über die verleugneten christlichen Wurzeln de
 s modernen Antisemitismus und Antizionismus - Vortrag mit Tilman Tarach
DESCRIPTION:Wenn hierzulande kritisch vom Antisemitismus die Rede ist\, lie
 gt der Fokus regelmäßig auf dem völkisch-identitären oder islamischen 
 Antisemitismus. Dabei beruft man sich nicht selten auf »unsere« vermeint
 lich tolerante »Kultur des christlich-jüdischen Abendlandes«. Im Vortra
 g wird diese Geschichtsklitterung korrigiert und gezeigt\, dass der Judenh
 ass eine Konstante in der christlichen Geschichte ist – von den ersten d
 urch Christenhand niedergebrannten Synagogen kurz nach Erhebung der neuen 
 Lehre zur Staatsreligion über die Ritualmord- und Brunnenvergiftungslegen
 den bis hin zum antizionistischen Engagement der Kirchen der Gegenwart. Ch
 ristliche Gründungsmythen legten dabei den Grundstein für die Vorstellun
 g vom Juden als heimtückischen\, mächtigen Strippenzieher und für die H
 alluzination einer »jüdischen Gefahr«\, die das eigene Kollektiv bedroh
 t. Tatsächlich war die im Christentum wurzelnde Idee einer jüdischen Bed
 rohung auch eine notwendige – wenngleich keine hinreichende – Bedingun
 g für die nationalsozialistische Judenvernichtung.\nDie weithin vorgenomm
 ene Trennung zwischen christlichem Antijudaismus und modernem völkischen 
 Antisemitismus folgt einer Entlastungsstrategie. Ersterer soll heute als 
 überwunden gelten\, Letzterer hingegen als gänzlich neues Kapitel der Ge
 schichte erscheinen. So gelingt die moralische Rettung des eigenen\, ident
 itätsstiftenden Kollektivs\, das nach wie vor als christlich – oder als
  christlich geprägt – empfunden wird. Tatsächlich jedoch wies bereits 
 der alte christliche Judenhass völkische\, auf Abstammung und »jüdische
 s Blut« bezogene Merkmale auf\, wie etwa die spanischen »Blutreinheitsge
 setze« des Spätmittelalters gegen zum Christentum konvertierte Juden und
  ihre Nachkommen zeigen. Umgekehrt fanden Versatzstücke des christlichen 
 Antijudaismus Aufnahme in die Gedankenwelt der modernen Antisemiten und Na
 tionalsozialisten. Hitler berief sich schon in ›Mein Kampf‹ auf die Ev
 angelien\; 1938 schließlich brachte er die Idee der Vernichtung der Juden
  mit dem ›Blutfluch‹ aus dem Matthäus-Evangelium (Mt. 27:25) in Verbi
 ndung. Führende Nationalsozialisten – und die Deutschen insgesamt – w
 aren zutiefst christlich sozialisiert und damit gleichsam dazu konditionie
 rt\, die Juden stets reflexhaft als Aggressoren wahrzunehmen. Zugleich kol
 laborierten die Kirchen von Anfang an mit dem NS-Regime und betrachteten e
 s bestenfalls als Konkurrenz.\nAuch wenn im Verlauf der Geschichte einige 
 wenige christliche Würdenträger die Juden in Schutz nahmen und in völki
 schen Kreisen mitunter der Vatikan sogar selbst zu einem Objekt von Versch
 wörungslegenden wird\, ist das christliche Bild einer »teuflischen Allma
 cht« der Juden gleichwohl zu einem unbewussten\, aber festen Bestandteil 
 der abendländischen Kultur geworden. Antijüdische Hetze\, die Entrechtun
 g\, Vertreibung und Ermordung der Juden durch Christen waren die Folge. No
 ch die Elemente des modernen Judenhasses\, auch des Hasses auf Israel\, m
 üssen als Echo christlicher Gründungsmythen verstanden werden.\nIm Islam
  gilt Jesus als einer der wichtigsten Propheten. Das christliche Bild von 
 den Juden wurde als Erbe übernommen\, allerdings in abgewandelter Form. I
 m Vortrag soll auch kurz auf die Dynamik des islamischen Antisemitismus ei
 ngegangen werden\, der seit dem 20. Jahrhundert erheblich an Schärfe zuge
 nommen hat.\nTilman Tarach lebt in Berlin und Istanbul. Zum Thema ist 2022
  von ihm erschienen: »Teuflische Allmacht. Über die verleugneten christl
 ichen Wurzeln des modernen Antisemitismus und Antizionismus.« Sein erstes
 \, 2016 in aktualisierter Auflage erschienenes Buch behandelt den israelis
 ch-palästinensischen Konflikt: »Der ewige Sündenbock. Israel\, Heiliger
  Krieg und die ‘Protokolle der Weisen von Zion’: Über die Scheinheili
 gkeit des traditionellen Bildes vom Nahostkonflikt.«\nMEHR DAZU HIER:\nht
 tps://www.facebook.com/events/388967729562670/
ATTACH;FMTTYPE=image/jpeg:https://i-like-israel.de/wp-content/uploads/2022
 /04/278858267_1915466618645639_5445526370138341272_n.jpg
LOCATION:JO 1\, Johannisstraße 4\, Münster\, Deutschland
X-APPLE-STRUCTURED-LOCATION;VALUE=URI;X-ADDRESS=Johannisstraße 4\, Münste
 r\, Deutschland;X-APPLE-RADIUS=100;X-TITLE=JO 1:geo:0,0
END:VEVENT
END:VCALENDAR