Uralte Siedlung mit neuer Technologie erforscht

Mit unterirdischen LiDAR-Scans (light detection and ranging) und 360-Grad-Kameras wurden bedeutende Funde in den Resten eines verschwundenen Dorfes gemacht, das seit Jahrhunderten unter Sand begraben war. Über einen Zeitraum von rund 2.600 Jahren waren hier in dem von Höhlen gesäumten Tiefland südwestlich von Jerusalem immer neue Siedlungen entstanden, die nun Schicht für Schicht erforscht werden. Auf typisch alt-neue israelische Art und Weise verbindet hier die archäologische Forschung akribische Handarbeit mit modernster Technologie. Die Überreste von Beit Lehi-Beit Loya wurden erstmals 1899 von R. A. S. Macalister im Auftrag des Palestine Exploration Fund entdeckt. Sie wurden von Juden etwa im späten 6. Jh. v. Chr. besiedelt, dann verlassen und von aufeinanderfolgenden Populationen von Heiden, Juden, Christen und Muslimen bis zum 13. oder 14. Jh. n. Chr. wieder aufgebaut. Die Stätte blieb bis in die 1980er Jahre unerforscht, als der Archäologe Yoram Tsafrir von der Hebräischen Universität Mittel von Spendern in Utah erhielt und die Überreste einer byzantinischen Kirche mit intakten Mosaikböden aufdeckte. 2005 nahm sein ehemaliger Schüler Oren Gutfeld, der jetzt Direktor des Bergungsgrabungsprogramms am Institut für Archäologie der Hebräischen Universität ist, die Erforschung von Beit Lehi-Beit Loya wieder auf. Sieben große Taubenschläge wurden in Beit Lehi-Beit Loya gefunden. “Beit Lehi” bedeutet “Haus des Kieferknochens” und kann sich auf den biblischen Ort beziehen, an dem Samson tausend Philister mit dem Kieferknochen eines Esels erschlug. 1961 identifizierten Wissenschaftler der Hebräischen Universität sieben hebräische Inschriften aus dem 6. Jh. v. Chr. in zwei alten Grabhöhlen in diesem Gebiet, nachdem diese versehentlich von Straßenbauern geöffnet wurden. Eine davon ist die älteste bisher entdeckte Inschrift, die Jerusalem und den biblischen Namen Gottes mit vier Buchstaben erwähnt. Diese Reliquien sind im Israel Museum ausgestellt. Kürzlich wurden weitere Funde durch die Analyse von Bildern einer UVU-Drohnen-gelagerten 4K-Kamera gemacht, die geschickt wurde, um eine 36 km2 große Fläche um die Ausgrabungsstätte zu vermessen. Die Bilder zeigten die Überreste eines “monumentalen Gebäudes auf einem Hügel nördlich von Beit Loya – nur etwa 1,5 km entfernt -, das wir mit unseren traditionellen Vermessungsmethoden noch nie zuvor bemerkt hatten”, sagte Gutfeld. Das neu gefundene Gebäude scheint ein hellenistischer Palast oder Tempel aus dem späten dritten oder zweiten Jh. v. Chr. zu sein. (Israel21c) TS

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