Israel verkauft für zehn Tage alles gesäuerte Brot

In Israel feiern viele Menschen bald Pessach. Allerdings verbietet die Religion gläubigen Juden, an Pessach “Chamez” zu essen oder zu besitzen! Dazu gehören auch sämtliche staatlichen Vorräte an gesäuerten oder fermentierten Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Kuchen oder Bier. Aufessen geht nicht, wegwerfen wäre Verschwendung. Also entschieden die Rabbiner: Die Gläubigen können das Chamez auch verkaufen – und das Geschäft nach Pessach rückgängig machen. Alles Chamez Israels geht traditionell an Hussein Dschabar: Lebensmittel für die Soldaten in der Armee, für die Patienten in Krankenhäusern und Essen für Schulkinder. Dschabar ist Muslim. “Wenn ich ihnen helfen kann, warum nicht”, sagt er und scherzt dann: “Ich werde für zehn Tage ein Millionär sein.” Hussein Dschabar zahlt etwa EUR 4.700. Dabei sind das Essen und die Getränke in Wirklichkeit Millionen Euro wert. Dann bekommt er eine Liste mit allen Nahrungsmitteln der Regierung. Er erhält auch Schlüssel zu den Orten, wo sie gelagert werden. “Ich kann zu jedem Ort gehen und etwas herausnehmen”, sagt er. “Wenn die Zeitungen schreiben, dass der Staat mir die Sachen verkauft hat, bekomme ich Anrufe von Leuten, die dieses oder jenes kaufen wollen.” Allerdings betont er: Er kontrolliert die Nahrungsmittel zwar, aber er verkauft sie nicht weiter. Nach zehn Tagen, sowie Pessach vorüber ist, wird der Handel mit Hussein Dschabar beendet. Er bekommt sein Geld zurück und Israels Regierung die Lebensmittel, die nun wieder gegessen werden dürfen. (grenzecho) KR

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