Wie schützt man das Auto vor Hackern?

Ein weißer Mittelklassewagen japanischer Herkunft parkt in der israelischen Metropole Tel Aviv am Straßenrand. Ahnungslos steigt der Fahrer ein, holt sein Smartphone aus der Tasche und steckt das Ladekabel in den USB-Anschluss. Ausgeparkt und los geht’s. Doch kaum ist das Auto auf 50 km/h beschleunigt, findet die Fahrt ein abruptes Ende. Obwohl der Fahrer das Bremspedal nicht berührt, kommt es zu einer Vollbremsung, ausgeführt auf Befehl eines mit Laptop bewaffneten Angreifers. Glück gehabt, hinter dem Auto fuhr kein 40-Tonner. Das Beispiel aus Israel zeigt, wie verwundbar die elektronischen Netzwerke moderner Autos sind. Sie bestehen aus Dutzenden einzelner Steuergeräte, kleiner Computer, die von der Türverriegelung bis hin zur Motorsteuerung alles regeln, was einst mechanisch funktionierte. Sie kommunizieren über ein Netzwerk, das einst von Bosch entwickelt wurde und sich als Branchenstandard etablieren konnte. Die Idee hinter dem Controlled Area Network (CAN): Jedes Signal wird mit einer Adresse versehen und an alle Teilnehmer des Netzwerks verschickt. Dadurch ist es möglich, Autos mit vielen Varianten anzubieten, ohne dass sich am Netzwerk etwas Grundlegendes ändern muss. Kommt eine neue Funktion hinzu, baut man einfach ein Steuergerät mehr ein. Es kann dann auch die Signale anderer Netzwerkteilnehmer nutzen, etwa zur Fahrzeuggeschwindigkeit oder zur Motordrehzahl. Pionierarbeit leistet hier der Elektronikspezialist OSR mit Sitz in einem Vorort Tel Avivs. (faz) KR

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