Hunger ist ein guter Analytiker

Das Gehirn lässt sich nicht so leicht austricksen – zumindest nicht, wenn Hunger mit im Spiel ist. “Die Tellergröße spielt keine so grosse Rolle wie wir denken”, sagt Dr. Tzvi Ganel von der Ben-Gurion-Universität des Negev. Die Vorstellung, man könnte mit der Tellergröße das Gehirn austricksen, basiert auf einem Phänomen, das als Delbouef-Täuschung bekannt ist. In dem klassischen Experiment geht es um die Wahrnehmung eines schwarzen Kreises auf weißem Hintergrund: Liegt der schwarze Kreis auf einem größeren weißen Kreis, wirkt er kleiner, als wenn er auf einem kleineren weißen Kreis liegt. Auch im aktuellen Experiment veränderten unterschiedlich Hintergründe die Wahrnehmung – allerdings nur wenn es um schwarze Kreise oder Radkappen ging. Wurden diese auf unterschiedlich großen weißen Kreisen platziert, waren hungrige Studienteilnehmer ähnlich schlecht dran, deren Größen einzuschätzen, wie nicht-hungrige Studienteilnehmer. Dass dies Teilnehmern mit leerem Magen beim Anblick von Pizza auf unterschiedlich großen Tellern besser gelang, werten die Forscher als Hinweis, dass Hunger die analytische Verarbeitung verbessert. (blick) KR

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