Warum Massaker an Schulen in Israel so selten sind

Sicherheit an Schulen gehört in die Hände von Profis. Schüler, Eltern und Lehrer forderten Präsident Trump auf, die Waffenkontrollen in den USA zu verschärfen. Dabei zitierten sie Israel, wo Gewehre ein vertrauter Anblick, aber Schulmassaker unbekannt sind. Bei der Schulsicherheit wird in Israel nichts dem Zufall überlassen. Schusswaffen in den Händen ambitionierter Laien wären in Israel undenkbar. Die meisten Schulen in Israel haben nur einen unverschlossenen Eingang mit einer bewaffneten Wache. Vor Schulen stationierte Wachleute werden von der Polizei engmaschig kontrolliert. Es geht dabei nicht darum, “unruhige Jugendliche” oder einsame Verrückte abzuschrecken. “Die Wachen sind aus anderen Gründen da, hauptsächlich wegen des Terrorismus”, sagt Amos Shavit, Sprecher des Bildungsministeriums. In großen Städten Israels führen Polizei und Gemeinde während des gesamten Schultages Sicherheitspatrouillen im Umfeld der Bildungseinrichtungen durch. Es gibt keine Metalldetektoren oder spezielle Türschlösser in Israels Klassenzimmern. Und laut Richtlinien sind Lehrer nicht bewaffnet. “Fachleute befassen sich mit der Sicherheit”, sagt Shavit. “Nicht die Lehrer.” Israelische Sicherheitsexperten sagen auch, dass Angriffe mit Schusswaffen in Israel selten sind, weil es kaum privat gehaltene Waffen gibt. Nach Angaben des israelischen Innenministeriums, das alle Waffenbesitzer registriert, haben etwa 260.000 Israelis, das sind 3,5% der Bevölkerung, die Erlaubnis, Feuerwaffen zu tragen. Die Hälfte davon sind Privatpersonen, die anderen arbeiten für Sicherheitsfirmen. Israelis dienen vom 18. bis zum 21. Lebensjahr beim Militär. Soldaten sind auf den Straßen häufig zu sehen. Kampftruppen sowie jene, die in so genannten Kampfgebieten leben, tragen ihre Waffen stets bei sich. Doch laut einer Website der israelischen Regierung müssen Zivilisten über 27 Jahre alt sein, um eine Waffenlizenz zu erhalten. Denn für den eigenverantwortlichen Umgang mit der Waffe braucht ein Mensch mehr Lebenserfahrung, als man von einem jungen Rekruten, der in die Befehlskette des Militärs eingebunden ist, erwarten kann. Sobald ein Israeli den Militärdienst beendet hat, muss er umfangreiche Unterlagen vorlegen sowie alle militärischen Aufzeichnungen und medizinischen Berichte zur Verfügung stellen. Er muss auch die Notwendigkeit nachweisen, bewaffnet zu sein. So erhalten die Einwohner von Tel Aviv kaum Waffenlizenzen, während Israelis in Grenzgebieten oder in Siedlungen im Westjordanland – Orte, an denen sie Ziele für palästinensische Kämpfer sein könnten – eher für Waffenscheine zugelassen werden. Darüber hinaus können pensionierte Armeeoffiziere ab einem gewissen Rang, ehemalige Polizeibeamte, Feuerwehrmänner, Sanitäter, Veteranen der Spezialeinheiten und lizensierte Fahrer des öffentlichen Verkehrs ebenfalls eine Genehmigung erhalten. Janet Rosenbaum, Assistenzprofessorin an der School of Public Health der State University von New York Downstate in Brooklyn, untersuchte den Unterschied von Mordraten in Israel und in den Vereinigten Staaten. Ihre Forschung habe gezeigt, dass Israel auf Platz 81 in der Welt liegt für Waffenbesitz pro Kopf. Weniger als 10% der Israelis verfügen über eine Schusswaffe. Die Vereinigten Staaten stehen mit einer Feuerwaffe pro Person an erster Stelle. (tagesschau, huffpost, Fix-it) TS/EL

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